Natur- und Vogelschutzverein

Altikon I Dinhard I Rickenbach I Wiesendangen

Mittwoch, 15. August 2012


Sommerferienprogramm:
Fledermausunterkünfte bauen


Fledermäuse halten sich im Sommerhalbjahr tagsüber in Baumhöhlen,  in Ritzen und Spalten unter der Borke,  in Astabbrüchen, aber auch an Gebäuden auf.
Wo geeignete Strukturen für solche Sommerquartiere fehlen, können wir ihnen gezielt solche Unterkünfte anbieten.

In einer Gemeinschaftsaktion der  Vereine Altikon, Bertschikon und Rickenbach bauten wir  in Feldi, mit anschliessendem Bröteln an der Fuchsbrücke,  mit ein paar Familien zehn solcher Kästen.



Fledermausweibchen gebären und ziehen ihre Jungen  in Kolonien von mindestens 10-12 Tieren auf, es können aber, je nach Art, auch mehrere hundert in einer gemeinsamen „Wochenstube“ sein. Durch die  Aufzucht  in einer Gemeinschaft können  die Tiere  einander durch Zusammenrücken wärmen, was einen  direkten  Einfluss auf die Entwicklungsdauer der Jungtiere hat.
Die Männchen sind  in den Sommermonaten einzeln unterwegs. Wenn die jungen Fledermäuse Ende August  flügge geworden sind, beginnt die  Balz- und Paarungzeit.

Je nach Art wird mit Balzgesängen oder Balzflügen um Weibchen geworben. Auch werden Paarungsreviere verteidigt gegenüber Artgenossen.
Hoffen wir also, dass wir unsere Kästen noch rechtzeitig aufgehängt haben  - und auch, dass die Standorte gut gewählt sind!
Für die Winterquartiere werden  ab Oktober ganz andere Orte, vor allem Felshöhlen, Stollen, Naturkeller oder Holzbeigen  aufgesucht.

Fledermäuse haben es gerne warm und müssen  vor Zugluft  geschützt sein.
Wichtig ist ein freier Anflug und  eine Höhe von min. 4-8m. Ideal sind Bäume  an Waldrändern , Lichtungen oder  in Ufergehölzen.


Unsere Kästen  sind  60 cm hoch und 50-100cm breit.  In die Rückwand wurden mit einer Handkreissäge Querrillen gefräst, damit die Fledermäuse  Halt finden und sich einhaken können.

Da  die Rückwand 10cm länger ist als die Frontseite, ist sie gleichzeitig auch Anflugbrett. Konisch verlaufende Zwischenhölzer verengen den Kasten nach oben von 2.5cm auf 1cm: die Fledermäuse klettern je nach Art so weit nach oben, bis sie Bauch-  und Rückenkontakt haben mit dem Holz.



Damit  der Kasten wirklich dunkel und zugluftsicher ist, wurden die Seitenwände und das Deckbrett nicht nur verschraubt, sondern auch  verleimt. Das Deckbrett schützten wir mit einem 1mm  dicken Blech.
Der krönende Abschluss  war dann aber – damit die Fledermäuse wissen, wo sie hinmüssen  - der wunderschöne Fledermausbrand auf der Frontseite.




Unser Künstler Silvio Bartholdi vom NVV Bertschikon, der das Eisen entworfen und hergestellt hat,  hat  für uns  auch alles nötige Material  organisiert,  ein paar Stunden Holz vorgesägt und sein ganzes Handwerkerarsenal zur Verfügung  gestellt.



Auf die hohe Leiter hätte sich von uns  auch niemand  hinaufgetraut….
Danke für alles!

Auch Cyrilla Schnell vom NSV Rickenbach  für den feinen Zvierikuchen!
 
Es hat  wieder allen grossen Spass gemacht - den grossen und den kleinen Bohrern

Fide Meyer,NVV Altikon