Bienen und Wildbienen im Focus des NVD

Besuch beim Imker

Verschiedene Stationen zum Thema Bienen

Am 20 Juni stellten die Vorstandsmitglieder des NV Dinhards in der Nähe des Sunnehofs verschiedene Posten auf, an denen viel über das Leben von Bienen zu erfahren war. An einem Posten wurden mit Hilfe  eines „Foto-Bienenkastens“ Aufbau und Organisation des Bienenvolkes in dieser künstlichen Nisthöhle erklärt. An einem anderen Posten war zu erfahren, welche Tätigkeiten eine Honigbiene im Laufe ihres ca. sechs Wochen dauernden Lebens verrichtet, wie Bienenköniginnen entstehen oder sich Bienenlarven entwickeln. Sehr spannend auch zu hören, wie Bienen mit einer Art Rundtanz kommunizieren.

Höhepunkt war natürlich das Bienenhaus von Hans Frischknecht. Geschützt durch Imkerkleidung konnten die Besucherinnen und Besucher nahe an den Bienenstock herantreten und die emsigen Bienen aus der Nähe beobachten. Diese liessen sich nicht einmal bei der Arbeit stören, als Hans Frischknecht einen ganzen Wabenrahmen aus dem Bienenstock herauszog! Natürlich durften an einem weiteren Posten verschiedene Honigsorten probiert werden.

Das unterschiedliche Leben von Wild- und Honigbienen

Während Honigbienen mit ihrer Königin in grossen Völkern von durchschnittlich  40 000 bis 60 000 Bienen leben, sind Wildbienen mit Ausnahme der Hummeln Einzelgänger. In der Schweiz sind ungefähr 600 Wildbienenarten bekannt, die ihre Larven nicht mit Honig aufziehen und ihre Nester an den unterschiedlichsten Orten bauen. An einem Posten war zu erfahren, dass Wildbienenweibchen in jede vorbereitete Brutzelle erst Pollen und Nektar eintragen, anschliessend ein Ei auf die Nahrung legen und die Brutzelle verschliessen. Diese Brutzellen können im Erdboden sein oder im Mark dürrer Pflanzenstängel, im morschen Holz, in hohlen Pflanzenstängeln, sogar in leeren Schneckenhäuschen. Zur Unterstützung der Wildbienen im eigenen Garten konnte an einem anderen Posten ein kreatives Wildbienenhotel gebaut werden.

Das gemeinsame Problem von Wild- und Honigbienen

Direkt neben den Posten gab es auf der Buntbrache und dem Blühstreifen von Peter Sigg viele verschiedene Bienen zu beobachten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Honigbienen und ihre Verwandten ein gemeinsames Problem haben: Sie brauchen beide ein vielfältiges und andauerndes Nahrungsangebot, also nach der Baumblüte blütenreiche Wiesen, Buntbrachen und unversiegelte Flächen mit  Pionierpflanzen, damit sie nach dem Schnitt der Ökowiesen keinen Nahrungsengpass haben. Am Posten mit der Pflanzenausstellung von Florian Schneider, Naturbau Rutschmann, konnten Interessierte besonders geeignete Nahrungspflanzen für Wildbienen kennen lernen und für den eignen Garten kaufen. Viele emsige Wildbienen im Garten zu haben, tut übrigens nicht weh – sie haben nämlich nur einen schwachen Stachel, der nicht durch die menschliche Haut dringt.

Dagmar Sommer

Fotos Hansjürg Sommer