Vortrag über naturnahe Gärten mit Peter Richard, NVD 2020

Zum Vortrag „naturnahe Gärten“

mit dem bekannten Fachmann für Naturgärten Peter Richard fanden sich am 12. Juni 70 Personen in der Turnhalle ein.

Mit der leicht provokativen Frage: „Was ist denn daran so schlimm, dass es immer weniger Insekten gibt? Eine weniger dreckige Windschutzscheibe und weniger Mückenstiche sind doch eigentlich prima!“ begann Peter Richard seinen Vortrag. Das Insektensterben ist in den Medien präsent und so wissen mittlerweile viele, dass ohne Bestäubung durch Bienen, Wildbienen und viele andere Insekten auch viele Lebensmittel für uns Menschen fehlen würden.

Der naturnahe Garten - Lebensraum für Tiere und Rückzugsort für Menschen

Auf humorvolle und unterhaltsame Art gab Peter Richard viele Anregungen zur Gartengestaltung. Viele davon mit wenig Geld umzusetzen und auch in kleinen Gärten machbar, andere für grössere Veränderungen und ein grösseres Budget wie zum Beispiel ein natürlicher Schwimmteich. Immer wieder machte er auf ökologische Zusammenhänge aufmerksam, erklärte warum eine Pflanze wozu geeignet ist – immer mit dem Ziel, dass ein Garten beides bieten soll, Lebensraum für Tiere und Oase für Menschen. Einheimische Blumen, Stauden und Gebüsche erfüllen diesen Anspruch voll und ganz. Sie erfreuen den Gartenliebhaber im Frühling mit ihren prächtigen Blüten und im Herbst mit ihren bunten Früchten und bieten Insekten, Bienen, Faltern und Vögeln Nahrung und Schutz. Viele ausländische Pflanzen schaffen das nicht und wir sollten darum in unseren Gärten auf sie verzichten. Zwei Beispiele: Die Blüten der Forsythie bilden keine Pollen und keinen Nektar und sind darum für Insekten wertlos. Der Kirschlorbeer verdrängt mit seinem dichten Blätterwerk jeglichen Unterwuchs und behindert so die natürliche Verjüngung im Wald. Ausserdem sind die Beeren für den Menschen giftig.

Entspannt gärtnern

Oft werden Naturgärten als wild und unordentlich bezeichnet. Aber genau diese Unordnung oder Wildheit brauchen Pflanzen und Tiere zum Überleben. Neben heimischen, standortgerechten Pflanzungen empfiehlt Peter Richard auch Gelassenheit, damit sich ein Naturgarten zum Lebensraum entwickeln kann. Es gilt nicht, die Pflanzen durch dauerndes Jäten und Schneiden in den Griff zu bekommen, sondern durch kreatives Jäten eine gewisse Artenvielfalt zu erhalten. Manchmal hilft es auch, Pflanzenarten geschickt zu kombinieren, die sich dann gegenseitig im Gleichgewicht halten.

Manchmal braucht es mehr

So sanft seine Methoden in der Gartenpflege auch sein mögen - wenn es um die Umwandlung von Rasen zur Blumenwiese geht, schlägt Peter Richard rabiate Töne an. Er empfiehlt, den Rasen möglichst im Frühling abzuschälen und mit neuem Saatgut eine Blumenwiese zu säen. Nur so kann man sich schon im übernächsten Frühling an blühenden Wiesenblumen erfreuen!

Wer gern mehr über den naturnahen Garten wissen möchte, greife zu einem Buch von Peter Richard oder schaue auf seine Homepage www.die-kunst-des-entspannten-gaertnerns.ch oder www.gartenland.ch.  

Dagmar Sommer, Fotos: Peter Richard